Traumatherapie – Verfahren T R I M Bâ Trauma Recapitulation with Imagination, Motion and Breath
Die Grundidee ist im Ursprung, dass man den Menschen freimachen will von belastenden Erfahrungen aus der Vergangenheit und dass sich der Betreffende dazu aus hinderlichen emotionalen Abhängigkeiten lösen muss, indem er diese Beziehungen bearbeitet, um seine eigenen Potentiale einsetzen und nutzen zu können. Die grundlegende Vorgehensweise in der Traumatherapie für die Verwendung von TRIMBâ ist nach I. Olbricht in ein Traumatherapie – Programm mit 9 Therapiephasen integriert, von denen hier die wichtigsten Phasen herausgegriffen und beschrieben werden, die von der Grundkonzeption - wenn auch nicht in den Einzelheiten der technischen Vorgehensweise - in anderen Traumatherapie - Ansätzen ebenfalls eine Rolle spielen:
In der Stabilisierungsphase der Traumatherapie werden imaginative stabilisierende Übungen nach Reddemann angewendet, Verankerungen von positiven Erfahrungen auf allen Sinneskanälen entwickelt, ein Entspannungsverfahren und ein besserer Umgang mit dem Körper erlernt. Es folgen Informationen über die jeweilige Erkrankung; Auswirkungen von Traumata auf Körper, Seele und Geist; Aufklärung über den Verlauf der Traumatherapie und über die zur möglichen Anwendung kommenden traumatherapeutischen Verfahren. Es sollten möglichst keine Medikamente eingenommen werden, da diese den Hirnstoffwechsel verändern und somit eine erfolgreiche Traumabearbeitung behindern können. Danach erfolgt dann die Arbeit am Trauma mit einer Erarbeitung des Traumaumfeldes, aber noch keine Traumaexposition, d. h. es wird eruiert, welche Bindungen noch zu den Tätern bestehen, welche Formen von Erinnerungen vorliegen, wodurch Flash backs (plötzlich einschießende innere Bilder und/oder Filme aus der Vergangenheit) ausgelöst werden. Danach erfolgt in der Traumatherapie eine Übungsphase mit TRIMBâ, d. h. es wird zuerst eine Person aus dem Alltag herausgenommen, die nicht bedrohlich ist, aber mit der man z. B. peinliche oder unangenehme Gefühle verbindet. Das Vorgehen bei TRIMBâ besteht darin, dass man sich die jeweilige Person vorstellt und dabei alle aufkommenden negativen und positiven Gefühle einschließlich der dazugehörigen Körpergefühle und die damit verbundenen Bilder sammelt. Die gesammelten Gefühle werden in Gefühlsgruppen aufgeteilt. Danach stellt man die Stärke der Gefühlsbelastung zu der Person fest und bringt die Gefühle in eine Intensitätshierarchie. Dann stellt man sich vor, dass Verbindungsrohre oder -seile von der einen Person zu einem selber gehen und man atmet die Gefühle ein, den Kopf hält man dabei nach links, die Luft wird angehalten. Dann erfolgt eine Wendung des Kopfes nach rechts und es werden die Gefühle ausgeatmet bis keine Luft mehr vorhanden ist (Hypoxie). Dann erfolgen fließend rasche Kopfbewegungen von rechts nach links und wiederholt zur Mitte, verbunden mit der Vorstellung, dass die Seile oder Rohre bei der schnellen Bewegung getrennt werden. Am Ende erfolgt die Feststellung des vorher eingeschätzten Belastungsniveaus, ggf. kann das Verfahren ein Mal am selben Tag wiederholt werden. Der große Vorteil von TRIMBâ ist, dass es auch im Alltag bei belastenden Beziehungen zu anderen Menschen eingesetzt werden kann. Die eigentliche Bearbeitung der gefühlsmäßigen Bindung an Täterinnen und Täter wird in der gemeinsamen psychotherapeutischen Arbeit durchgeführt und muss jeweils gut vorbereitet werden. In der Nachphase werden in der Traumatherapie die Scham- und Schuldgefühle weiterhin bearbeitet. Auch die Bewältigung von Schmerzen und Verzweiflung sowie der Umgang mit Ressourcen wird gestärkt, Selbstfürsorge aktiv eingesetzt und Trauerarbeit ermöglicht. Dann erfolgt die eigentliche psychotherapeutische Behandlung. Die Anwendung von TRIMBâ
hat sich in der Traumatherapie als erfolgreich erwiesen bei der Behandlung von
Menschen mit folgenden Diagnosen:
Literaturhinweis
M. Kraft, Dipl.-Psych.
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
Sagen Sie uns ruhig mal Ihre
Meinung! Sie möchten diesen Artikel ausdrucken? Markieren Sie den gewünschten Text, gehen Sie in der Symbolleiste auf "Datei", dann auf "Drucken", danach "Markierung" anklicken und dann erst drucken, denn sonst verlieren Sie durch die nachfolgende Themenübersicht unnötiges Papier.
Weitere Fragen? Ihre Meinung? Tel. 0 56 26 / 87- 931, Fax: 0 56 26 / 87- 932
HARDTWALDKLINIK I Haftungshinweis: |